Ist Ihre Rückstausicherung noch zeitgemäß? So können Sie das beurteilen

Ist Ihre Rückstausicherung noch zeitgemäß? So können Sie das beurteilen

Eine Rückstausicherung ist ein unscheinbares, aber entscheidendes Element Ihrer Hausentwässerung. Sie schützt Keller und tieferliegende Räume vor Überflutung, wenn das öffentliche Kanalnetz überlastet ist – etwa bei Starkregen. Doch wie jede technische Anlage altert auch eine Rückstausicherung und kann mit der Zeit an Funktion verlieren. Deshalb ist es wichtig zu wissen, ob Ihre Anlage noch den aktuellen Anforderungen entspricht – und ob sie im Ernstfall zuverlässig arbeitet.
Hier erfahren Sie, wie Sie einschätzen können, ob Ihre Rückstausicherung noch zeitgemäß ist, und was Sie tun sollten, wenn nicht.
Was ist eine Rückstausicherung – und warum ist sie so wichtig?
Eine Rückstausicherung verhindert, dass Abwasser aus der Kanalisation in Ihr Haus zurückgedrückt wird. Sie besteht in der Regel aus einer oder mehreren Klappen, die sich bei Rückstau automatisch schließen. Besonders gefährdet sind Gebäude mit Kellerräumen, in denen Bodenabläufe, Waschmaschinen oder Duschen unterhalb der Rückstauebene liegen – also unter dem Niveau der Straßenkanalisation.
Kommt es bei Starkregen zu einem Rückstau, kann ohne funktionierende Sicherung Abwasser in den Keller eindringen und erhebliche Schäden anrichten. Eine intakte Rückstausicherung schützt daher nicht nur Ihr Eigentum, sondern auch Ihre Gesundheit und erspart Ihnen hohe Sanierungskosten.
Anzeichen, dass Ihre Rückstausicherung überprüft werden sollte
Auch wenn die Anlage meist unauffällig arbeitet, gibt es einige Hinweise darauf, dass eine Kontrolle fällig ist:
- Langsamer Wasserabfluss – Wenn das Wasser in Kellerabläufen schlechter abläuft, kann das auf Ablagerungen oder blockierte Klappen hindeuten.
- Unangenehme Gerüche – Kanalgeruch im Keller kann ein Zeichen dafür sein, dass die Klappen nicht mehr dicht schließen.
- Korrosion oder Risse – Besonders bei älteren Modellen aus Metall kann Rost die Funktion beeinträchtigen.
- Lange Zeit ohne Wartung – Wurde die Anlage seit mehr als einem Jahr nicht von einem Fachbetrieb überprüft, ist eine Inspektion dringend zu empfehlen.
Eine Rückstausicherung ist keine „Einmal-und-fertig“-Lösung. Nur regelmäßige Wartung stellt sicher, dass sie im Ernstfall funktioniert.
Aktuelle Normen und technische Entwicklungen
In Deutschland müssen Rückstauverschlüsse den Anforderungen der DIN EN 13564 entsprechen. Diese Norm legt fest, wie Rückstauverschlüsse konstruiert, geprüft und eingebaut werden müssen. Ältere Anlagen, die vor 2008 installiert wurden, erfüllen diese Anforderungen oft nicht mehr vollständig.
Moderne Systeme verfügen über verbesserte Dichtungen, automatische Klappensteuerungen und teilweise sogar über elektronische Überwachung mit Alarmfunktion. Einige Modelle lassen sich in Smart-Home-Systeme integrieren und melden Störungen direkt aufs Smartphone.
So beurteilen Sie, ob eine Erneuerung sinnvoll ist
Eine erste Einschätzung können Sie selbst vornehmen, die fachliche Bewertung sollte jedoch immer ein zertifizierter Sanitär- oder Kanalbaubetrieb übernehmen. Achten Sie auf folgende Punkte:
- Alter der Anlage – Ist die Rückstausicherung älter als 10–15 Jahre, lohnt sich eine Überprüfung oder ein Austausch.
- Zugänglichkeit – Ist die Anlage leicht erreichbar, um sie regelmäßig zu warten? Wenn nicht, kann eine Umpositionierung sinnvoll sein.
- Bauart – Ältere, manuell zu bedienende Modelle bieten weniger Sicherheit als moderne, automatisch arbeitende Systeme.
- Wartungsnachweise – Fehlende Dokumentation über Wartungen ist ein Warnsignal.
Ein Fachbetrieb kann zudem prüfen, ob die Klappen ordnungsgemäß schließen, ob Dichtungen intakt sind und ob sich Ablagerungen gebildet haben.
Wartung und Pflege
Rückstausicherungen sollten mindestens einmal jährlich gewartet werden. Dabei werden Klappen und Dichtungen gereinigt, bewegliche Teile geschmiert und die Funktionsfähigkeit getestet. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Anlage im Ernstfall zuverlässig arbeitet.
Sie selbst können dazu beitragen, indem Sie die Umgebung der Rückstausicherung sauber halten und keine Fette, Öle oder Chemikalien in den Abfluss geben. Diese Stoffe können sich ablagern und die Klappen blockieren.
Wenn eine neue Rückstausicherung nötig ist
Stellt der Fachbetrieb fest, dass Ihre Anlage nicht mehr den Anforderungen entspricht, ist der Austausch eine sinnvolle Investition. Es gibt verschiedene Systeme:
- Rückstauverschlüsse für Bodenabläufe – ideal für einzelne Kellerabläufe.
- Rückstauverschlüsse für Rohrleitungen – schützen mehrere Entwässerungspunkte gleichzeitig.
- Automatische Rückstauanlagen – mit Motorsteuerung und Alarmfunktion für maximale Sicherheit.
Auch wenn die Anschaffung zunächst Kosten verursacht, schützt eine moderne Rückstausicherung langfristig vor Schäden, die ein Vielfaches teurer wären.
Ein kleiner Check mit großer Wirkung
Eine funktionierende Rückstausicherung ist ein stiller, aber unverzichtbarer Schutz für Ihr Zuhause. Sie erfordert nur wenig Aufmerksamkeit, kann aber im Ernstfall entscheidend sein.
Fragen Sie sich also: Ist meine Rückstausicherung noch zeitgemäß? Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sie von einem Fachbetrieb prüfen – es ist eine der besten Vorsorgemaßnahmen, die Sie für Ihr Haus treffen können.

















